Kalte MeteoShow

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  • Kalte MeteoShow
    02.02.2012 13:49

    Der Winter hat uns fest im Griff. Ein so umfangreicher und hoch reichender Bereich von Kaltluft hat uns seit langer Zeit nicht erreicht. Und das bekommen nicht nur wir in Deutschland, sondern europaweit und sogar bis Nordafrika zu spüren.

    Zunächst kümmern wir uns darum, was der Winter vor unserer Haustür anstellt. Dies geschieht wie jeden Donnerstag im Rahmen unserer MeteoShow:

    • MeteoShow vom 02.02.2012

    Unsere MeteoShow mit dem Wetter für das Wochenende und weiteren Aussichten

    Winter in Europa
    Doch im Gegensatz zu Deutschland, wo es abgesehen vom strengen Frost verhältnismäßig ruhig zugeht, sieht es im Süden unseres Kontinents deutlich unruhiger aus. Denn die Kaltluft hat von Nordosten kommend das Mittelmeer erreicht, wodurch sich ein enormer Unterschied zwischen milder Luft in der Nähe der Wasseroberfläche und deutlichen Minusgraden in der höheren Atmosphäre ergibt.

    Dabei verstärkt sich dort weiter das Tief Julia (Abb. 2), das sich mit seinem Zentrum vom Süden Frankreichs nach Korsika verlagerte. Es sorgte im Mittelmeerraum für reichlich Wetterkapriolen. So schneite es an seiner Nordflanke bis nach Norditalien (Abb. 3), in Piacenza lagen am Donnerstagmorgen zwei Zentimeter Schnee, am Flughafen Bologna wurde der Verkehr wegen Schneefalls zeitweise unterbrochen. Im Umfeld des Tiefs kam es auch zu kräftigem Wind, in La Parata wurden gar Orkanböen bis 137 km/h registriert.

    Schwerpunkt war Korsika, wo ein Großteil der Niederschläge von 30 Litern pro Quadratmeter in 12 Stunden als Schnee niedergingen, örtlich bedeutete das eine Schneehöhe von 40 cm. Auch im Südosten Frankreichs war der Winter zu spüren (Abb. 4). 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom, und der Verkehr kam zum Erliegen.

    Julia beschäftigt uns weiter
    Das Tief "Julia" wird nun weiter in Richtung Adria ziehen. Dabei sehen wir in der Europaübersicht (Abb. 5), wie sich auf der Vorderseite die mildere und feuchte Mittelmeerluft in den mächtigen Kaltluftkörper über Europa geführt wird, während auf der Rückseite die trocken-kalte Luft bis weit nach Süden vorankommt. 

    Dies bedeutet vor allem für Osteuropa weitere Schneefälle, die über dem Balkan bis hinein in den Westen Russlands häufig für einiges an Neuschnee sorgen dürften. Andererseits erreicht die Kaltluft auf der Rückseite des Tiefs am Freitag Nordafrika, womit in der Nähe der Mittelmeerküste sogar gebietsweise Schneeschauer niedergehen dürften, wie auch unsere Wettervorhersage für Sidi bel Abbès, Algerien, zeigt. Und wie nebenstehend zu sehen, beschäftigen uns auch im Mittelmeerraum weitere, teils kräftige Niederschläge in den kommenden Tagen.

    By: Frank Abel